Es war einmal ein Modellbauer, der seinen Kindertraum verwirklichte

"Zu meinen Kindheitstagen gab es mal im Fernsehen einmal eine kleine amerikanische Serie in der Kinder ein verborgenes Amphibienfahrzeug fanden, dieses wieder flott machten, um damit einige Abendteuer zu erleben." So zumindest habe ich das zumindest in Erinnerung. Als ich dann Jahre später während des fünfzigsten Jahrestages des D-Days mit Frau und Kind Urlaub in der Normandie machte, konnte ich die DUKW`s oder auch "Ducks" genannten Fahrzeuge im Original am Strand entlang fahren sehen. Das war natürlich beeindruckend und hat meine Kindheitserinnerungen wieder geweckt.

Einige Jahre später beschloss ich, das Fahrzeug als Modell nachzubauen. Zuerst machte ich mich auf der Suche nach Unterlagen und Bildern über dieses Fahrzeug, wobei mir das Internet eine große Hilfe war. Im Auto- und Technik- Museum in Speyer wurde mir erlaubt von einem dort ausgestellten Fahrzeug Detailaufnahmen zu machen und auch das Fahrzeug zu vermessen. Kurze Zeit später war die Faszination Modellbau in Sinsheim und ich traute meinen Augen nicht als ich einen Bausatz des DUKW bei einem englischen Anbieter fand. Sofort Feuer und Flamme kaufte ich den Bausatz gleich auf der Messe - was ich im Nachhinein aber ziemlich bereute. Der GFK Rumpf war Stellenweise sehr dünn, so dass nachlaminiert werden musste. Das Deck war krumm, verzogen und sehr ungenau. Die mitgelieferten Beschlagteile zu schwer und so mies und schlecht im Guss, dass ich beschloss alles selber zu machen.

Zwei Teile aus dem Bausatz konnte ich verwenden. Dies waren der Rumpf und das nachgebesserte Deck. Den Antrieb fertigte ich komplett selber. Das Fahrzeug hat wie im Original Allradantrieb. Die Achsen wurden wasserdicht ausgeführt. Im Rumpf sitzt ein Dreiganggetriebe mit beidseitigem Wellenabgang für Forder- und die Hinterachsen. Als Fahrtregler für den Fahrbetrieb wurde ein Servonaut eingesetzt. Der Schraubenantrieb erfolgt getrennt über einen "Elefant"-Motor mit Conrad-Fahrtregler. Ein Soundmodul von er Firma Servonaut verlieh dem Modell ein realistisches Fahrgeräusch. Die Reifen für das Modell stammen von Bönning, leider ist das Profil nicht gerade das Griffigste, aber sie sehen ziemlich originalgetreu aus. Die Seilwinde wurde für den Funktionsbetrieb ausgelegt, ein Regler für den Motor fehlt jedoch noch. Beleuchtung und Blinklicht funktionieren selbstverständlich. Ruder und Lenkung arbeiten gegensinnig. Als Akkus wurden 10 Stück 3600er NiMh Zellen eingebaut. Die Vorderachse besitzt noch eine zuschaltbare Differentialsperre, doch leider bringt auch das bei den glatten Reifen und losem Untergrund relativ wenig.

Bei dem Jahrhunderthochwasser in Dresden entdeckte ich im Fernsehen, dass das THW dort "Ducks" einsetzte, um Menschen zu evakuieren. Da ich eigentlich kein Militärfan bin, wusste ich auf einmal welche Farbgebung mein DUKW bekommen würde. Ich knüpfte Kontakte zu einigen THW´lern und durch deren Hilfsbereitschaft erhielt ich ein paar Wochen später eine CD mit Bildern der in Germersheim stationierten DUKW der Hochwasseralarmzug Rheinland-Pfalz. Als ein paar Wochen später die neue "Truckmodell" ins Haus flatterte bin ich ganz erschrocken. Hatte doch tatsächlich schon jemand anders genau dieses Modell gebaut und dazu einen Bericht geschrieben hat. Dieser jemand anders war Torsten Feuchter, Mitbegründer von Mikromodell. Mit Torsten habe ich Kontakt aufgenommen und Ihn bei der nächsten Faszination Modellbau in Sinsheim auch persönlich kennen gelernt.

Die ersten Fahrversuche an und auf dem Wasser erfolgten 2005 im Murgtal und im Schlosspark von Angelbachtal. Mit 9,5 kg. Liegt das Modell ziemlich tief im Wasser, aber es geht gerade noch so.

Ganz fertig ist das Modell noch nicht. Ausschmückungsteile fehlen noch, diese werden aber noch im Laufe der Zeit ergänzt. Auch der eine oder andere Schriftzug muss noch erneuert werden. Zum Brückenschlag in Breisach in der Zeit vom 27 bis 31.07.06 werde ich versuchen am Samstag und Sonntag vor Ort zu sein und das Modell vorzuführen.

Bericht: Andreas Schaller
Bilder: G. Stratmann

Technische Daten:

Fahrantrieb: 3 angetriebene, abgedichtete Achsen (Eigenbau), Vorderachse mit zuschaltbarer Differentialsperre. Pendelachse hinten.
3-Gang Schaltgetriebe (Eigenbau) Gesamtuntersetzung im 1; 2; und 3 Gang: 1:40; 1:31 und 1:15
Motor: 12 Volt Gefeg M48/50, 3050 U/min. 32 Watt
Fahrtregler: Servonaut K15T
Reifen: 100 mm Durchmesser von Bönning
Schiffsantrieb:
Motor: Elefant von Conrad Elektronik
Schiffsschraube: 3 Blatt Durchmesser 60 mm
Fahrtregler: Conrad Pro 60C
Sonderfunktionen: Abblend- und Fernlicht; Blinker; Warnblinker und Rundumlicht
Motorgeräusch: Servonaut SMT
Seilwinde: Funktionsfähig, der Antrieb besteht aus einem Stellmotor aus einem Audi A4, der Fahrtregler ist noch nicht eingebaut.
Akku: 10 Zellen NiMh Akku, 3600 mAh 12 Volt
Maßstab: 1: 10
Bauzeit: ca.2,5 Jahre
Maße: L: = 970; B: = 250 H: = 315 mm (ca.)
Preis: Material ca. 1500 Euro

Bilder: G. Stratmann